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Malerarbeiten im Winter und Frühjahr

Aufgrund des milden Winters macht sich der ein oder andere Heimwerker schon wieder bereit für erste Malerarbeiten im Außenbereich, z.B. um in der Garage mit dem Streichen der Gartenmöbel loszulegen.

Dabei taucht immer wieder die Frage auf, ob es wirklich Sinn macht bei den ersten Sonnenstrahlen mit dem Streichen im Außenbereich zu beginnen.

Malerarbeiten im Winter: Bitte innen.

Zu Malerarbeiten im Winter gibt es im Prinzip eine einfache Regel: Innen fein, Außen nein. Das heißt: Außenbereiche wie etwa Fassaden oder Haustüren sollten eher nicht gestrichen werden. Aufgrund der Witterung im Winter, den damit einhergehenden Temperaturschwankungen, der Feuchtigkeit und den veränderten Lichtverhältnissen, kann so ein Anstrich in der Winterzeit schnell misslingen. Nicht ohne Grund nennt man es die kalte und/oder dunkle Jahreszeit;) Denn es ist weniger vom Monat abhängig, als von den tatsächlichen Witterungsbedingungen. Bei einem “goldenen Herbst” mit Temperaturen tagsüber von 15-20 Grad und auch nachts nicht unter 8 Grad und mehr und trocken ist ein Anstrich problemlos möglich.

Nur in Notfällen, etwa wenn schwerwiegende Fassadenschäden vorliegen, raten wir in der Wintersaison zu Malerarbeiten im Außenbereich.

Das heißt aber nicht, dass wir im Winter nichts zu tun haben. Ganz im Gegenteil. Dass grundsätzlich keine Malerarbeiten im Winter durchgeführt werden sollten ist selbstverständlich falsch. Früher, wo die Häuser nicht gedämmt waren und die Heiztechnik noch eine andere war, war das auch richtig.

Doch heute sorgt gerade die Dämmung und die Heizung dafür, dass in Innenräumen Malerarbeiten im Winter sogar im Vorteil sind:

  • Durch regulierbare Heizungsluft trocknen die Farben besser
  • Der Farbgeruch kann durch Stoßlüften schnell abziehen
  • Die Arbeiten können auch bei laufendem Betrieb durchgeführt

Doch bitte Merken: Beim Streichen im Winter bleiben die Fenster geschlossen. Das gilt auch fürs Tapezieren im Winter.

Malerarbeiten im Außenbereich

Die beste Zeit für Anstriche im Außenbereich liegt zwischen April und Oktober. Wie gesagt, hängt es weniger von der Jahreszeit ab, als von der Witterung ab. Bei trockenem und milden Wetter kann man gerne schon früher mit den Malerarbeiten beginnen. Sie sollten darauf achten, dass es auch nachts trocken bleibt und die Temperaturen möglichst über +8°C liegen.

  • Fällt das Thermometer in der Nacht unter acht Grad, ist das zunächst nicht so schlimm, die Farbe trocknet dann bloß deutlich langsamer. Bei Nachtfrost allerdings gehen nicht nur wasserbasierende Farben während der Trocknung kaputt.
  • Ist es zu kühl d.h. unter +8°C, kann das auch zu unerwünschten Effekten in der frisch gestrichenen Farbschicht führen, weil sich Staub oder Insekten auf der viel länger trocknenden Oberfläche sammeln können.
  • Beachten Sie, dass Farben und Lasuren Licht zum Trocknen brauchen. Ohne natürliches Tageslicht verlangsamt sich die Trocknung deutlich. So können Anstriche im Außenbereich selbst an einem relativ warmen Februartag mehr als doppelt so lange zum Durchtrocknen brauchen, weil die Sonne erst sehr spät aufgeht und noch immer recht früh untergeht.
  • Niederschläge, Früh- und Abendnebel wirken sich ebenso ungünstig aus, denn eine Luftfeuchte von über 80 Prozent verlangsamt die Trocknung ebenfalls. Außerdem können viele Farben dauerhafte Flecken bekommen, wenn Feuchtigkeit während des Trocknungsprozesses auf die Farbe einwirkt.
  • Sollten Putz oder Holz durch hohe Luftfeuchte oder Regen feucht geworden sein, braucht der Untergrund mindestens einen Tag durchgehende Trockenheit oder besser noch Sonne, um entsprechend abzutrocknen. Gerade in feuchtes Holz können Grundierungen nicht eindringen.
  • Wird Feuchtigkeit im Putz oder im Holz durch den Anstrich eingeschlossen, kann es insbesondere an Wetterseiten zu Blasen in der Farbschicht kommen, die gelbliches Wasser enthalten.
  • Das Fehlen von Wärme oder Sonne führt auf den wetterabgewandten Seiten dagegen schnell zu Staunässe. Mit der Folge, dass sich Schimmel bildet oder das Holz morsch wird. Diffusionsoffene Anstriche sind dabei leider keine Alternative!

Fazit

Auch wenn Sie es kaum noch abwarten können, streichen Sie immer erst dann, wenn die Feuchte der Nacht auf den Oberflächen durch die Morgensonne verdunstet ist. Beobachten Sie dabei zum Bespiel den Rasen oder die Scheiben parkender Autos: Sind diese trocken, ist auch die zu streichende Fläche im Regelfall bereit für einen Anstrich. Beenden Sie Ihre Streicharbeiten spätestens vier Stunden vor Sonnenuntergang, damit die frische Farbe noch ausreichend Tageslicht abbekommt.

(Übrigens: Wenn’s im Sommer zu heiß wird, ist das auch nicht optimal. Anstriche im Außenbereich trocknen zu schnell und binden nicht gut mit dem Untergrund, so dass sich Falten in der Farbschicht bilden können. Ferner kann es auf erhitzten Oberflächen zum so genannten Ausgasen kommen, weil die warme Luft im Untergrund in Richtung kühle Außentemperaturen drückt, wodurch luftgefüllte Blasen im neuen Anstrich entstehen können.)

“Maler sprechen durch Farbe, nicht durch Worte.”

 

Hans Hofmann

(gefunden auf myzitate.de)